top of page

​

​

Zürcher Buchhalter will 5000 Kilometer über den Atlantik rudern
 

Roger Jost trainiert auf dem Zürichsee für eine Atlantiküberquerung. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe er dies durch. Dafür nimmt er auch Blasen und ein wundes Gesäss in Kauf.

image.png

In Kürze:

  • Roger Jost bereitet sich für eine 5000 Kilometer lange Atlantiküberquerung mit seinem Hochsee-Ruderboot Ronja vor.

  • Der Crossfitter aus Zürich trainiert intensiv für das Rennen «Worlds Toughest Row».

  • Während des Abenteuers wird er täglich 17 Stunden rudern und gegen Wetter, Wind und Wellen kämpfen.

​

Der Bootstrockenplatz unweit des Spitals Männedorf liegt im Winterschlaf, die meisten der Jollen haben im Herbst letztmals Wasser unter dem Rumpf gehabt. Eines der Boote aber lässt Spaziergänger innehalten und staunen: Es ist Ronja, die seit kurzem hier steht und die Blicke auf sich zieht.

Ronja ist ein Hochsee-Ruderboot, so steht es auf einem angehefteten Infoblatt. Und weiter: «Im Dezember 2026 wird sie mit mir, Roger, den Atlantik überqueren. Rund 5000 Kilometer gegen Wind, Wetter und Wellen.»

Roger wiederum, das ist Roger Jost, Buchhalter aus Zürich-Seebach, 39 Jahre alt und leidenschaftlicher Crossfitter. In Männedorf bereitet er sich auf das Rennen «World’s Toughest Row» vor. Das Ziel: Mit Ronja will er von den Kanarischen Inseln nach Antigua in der Karibik rudern. Auf dem Zürichsee lernt er, wie sich das Boot rudert, steuert und bedienen lässt. Später folgen Trainings auf dem Meer.

​

Sturmwarnung blinkt bereits

Beim Termin mit dieser Redaktion kommt allerdings plötzlich Wind auf. Die Sturmwarnung blinkt. Daher bleibt Ronja sicherheitshalber im Trockenen. Die folgenden Tage und Nächte aber wird Jost auf dem See verbringen. Nachts ankert er und erlebt, wie es sich auf dem Boot lebt.

«Lebt», weil er voraussichtlich 50 Tage am Stück auf der gemieteten Ronja verbringen wird. «Ich hoffe, dass ich die Strecke in dieser Zeit schaffe», sagt Jost. Zu Essen wird er für 85 Tage mit dabei haben, das ist so von den Organisatoren der Regatta vorgeschrieben. Schon jetzt befasst er sich intensiv mit den Vorbereitungen auf das Rennen: «Es ist das Erste, woran ich morgens beim Aufstehen denke, und das Letzte, das mir abends durch den Kopf geht.» Unzählige Listen hat er geschrieben: Mit Material, das mit muss, mit To-dos, die noch zu erledigen sind.

image.png

Auf diesen wenigen Quadratmetern wird Jost fast zwei Monate verbringen.

image.png

In der kleinen Kabine befindet sich die Technik des Ruderboots. Hier kann sich Jost auch ausruhen.

Körperlich trainiert Jost, der sonst keinen Bezug zu Wassersport hat, schon seit vergangenem März für das Abenteuer: «3000 Kilometer habe ich auf dem Rudergerät zurückgelegt.» Die Planung beinhaltet aber nicht nur das Physische. Mit einem Ernährungsberater hat er seinen täglichen Kalorienbedarf während des Rennens ermittelt, in Kursen bereitet er sich auf mentale Herausforderungen wie Langeweile vor, er testet die Rettungsinsel, lernt navigieren, mit dem Satellitentelefon kommunizieren und wie er Notrufsignale absetzt.

 
«Da bin ich stur»

Doch warum nimmt er diese Mühen auf sich? Inspiriert habe ihn ein Video von Laura Try, die 2018 den Atlantik in einem Ruderboot überquerte. Auch Ruderer und Ruderinnen aus der Schweiz starteten schon am Rennen. Die einen im Team, andere allein. In den Videos der Teilnehmer sieht man sie gegen Stürme ankämpfen, atemberaubende Sonnenuntergänge bestaunen und weinen – mal aus Freude, mal, weil sie einfach nicht mehr können.

«Ich weiss, dass ich wohl Seekrankheit, Blasen an den Händen und ein wundes Gesäss bekommen werde», sagt Jost. Wenn er sich aber etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe er dies durch: «Da bin ich stur.» 2024 wäre er fast mit einem Viererteam gestartet. Doch kurz vor dem Rennen mussten sie absagen, weil ein Teammitglied ausfiel. Nun startet Jost solo. Er spricht nicht von «allein», denn es seien viele Helfer in das Vorhaben involviert.

image.png

Roger Jost zeigt abgepackte Essensrationen, wie er sie auch auf den Atlantik mitnehmen will.

image.png

17 Stunden will er während seines Abenteuers täglich mit Rudern verbringen.

Etwa 17 Stunden will er während des Rennens täglich rudern. In den restlichen wird er schlafen, essen, sich waschen, Wasser aufbereiten oder mit der Aussenwelt kommunizieren: Mit einem satellitengestützten Internetzugang wird er mit dem Handy online gehen können. Wie es ihm gerade geht, können dann Interessierte auf Instagram verfolgen.

Rund 150’000 Franken wird das Vorhaben kosten. Jost will dies zum Teil selbst bezahlen, zudem sucht er aber auch noch Sponsoren. Die Überschüsse wird er der Sporthilfe Schweiz zukommen lassen.

Für den Fall, dass ihm bei dem Rennen etwas zustossen sollte, sorgt der Alleinstehende ebenfalls vor: mit einem Testament und bereits verfassten Abschiedsbriefen. Josts Freunde jedenfalls hätten mit Staunen reagiert, als sie von seinem Plan erfuhren, sie unterstützten ihn aber. «Ich könnte das nicht», sagten sie. Und als sie sich nach dem Wieso erkundigten, fragte er jeweils zurück: «Wieso nicht?»

Kontaktiere mich!

Hast Du Fragen oder Interesse an einer Zusammenarbeit?

​

Dann fülle bitte das Formular aus und ich werde mich in Kürze bei Dir melden. Ich freue mich schon darauf, von Dir zu hören!

World's Toughest Row

Danke für Deine Nachricht!

©2025 THE JOLLY ROGER

Sponsored by

image.png
Logo_40x20mm_RGB_edited.png
Concept2 Logo.jpg
bottom of page